Geschichte Österreich

Wiener Philharmoniker

Geschichte der Wiener Philharmoniker

Das Orchester der Wiener Philharmoniker wurde am 28. März 1842 gegründet. Ins Leben gerufen hatte es der deutsche Komponist Otto Nicolai, aus dessen Feder unter anderem die Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" stammt. Knapp ein Jahrhundert später wurde der Verein im Dezember 1938 in der NS-Zeit durch das Gesetz zur "Überleitung und Eingliederung von Vereinen, Organisationen und Verbänden" vorerst aufgelöst und das Vermögen fiel dem Staatstheater und der Bühnenakademie der Stadt Wien zu. Dies wurde jedoch wenige Tage später auf Drängen des Dirigenten und Musikwissenschaftlers Dr. Heinz Drewes größtenteils wieder rückgängig gemacht. Dr. Drewes war der Leiter des "gesamten deutschen Musiklebens" und so nutzte er seinen Einfluss auf den Reichspropagandaminister Goebbels. Letztlich verfügte Goebbels im Juni 1939, dass die Wiener Philharmoniker als Verein ihre weitestgehende Selbständigkeit behalten sollten unter der Bedingung, dass der Verein seiner Aufsicht unterstellt wird dass die Vereinssatzung hinsichtlich der nationalsozialistischen Grundsätze geändert wird. Damit wurde auch das Vereinsvermögen wieder frei gegeben.

Im Jahr 1939 entstand zugleich die Idee des Neujahrskonzerts, bei dem damals ausschließlich die Musik von Johann Strauss gespielt wurde. Diese Konzertreihe des Neujahrskonzerts ist inzwischen einer der kulturellen Höhepunkte des Jahres und wird immer live im Fernsehen übertragen. Die prächtigen Bilder aus Wien werden unter anderem untermalt durch phantastische Blumen und Tanzeinlagen des Wiener Balletts. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Verein der Wiener Philharmoniker wieder komplett unabhängig und das Orchester spielte gleich nach der zwei große Konzertabende. Ein ganz besonderer Augenmerk gilt noch der Stelle des Dirigenten bei den Wiener Philharmonikern. Denn bis zum Jahr 1933 wurde das Orchester jede Saison von einem einzigen Dirigenten geleitet. Ab 1933 gab es nur noch Gastdirigenten. Große Verdienste hatten in den Anfangsjahren vor allem die Dirigenten Arturo Toscanini von 1933 bis 1937 und mit Unterbrechungen von 1933 bis 1954 Wilhelm Furtwängler. Zu den berühmten Gastdirigenten zählen unter anderem Herbert von Karajan, Karl Böhm, Paul Hindemith oder Daniel Barenboim. Ebenfalls als Gastdirigent leitete ab 1966 das spätere Ehrenmitglied Leonard Bernstein mehrfach das Orchester. Zu den herausragendsten Werken von Leonard Bernstein in Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern zählt beispielsweise die Bearbeitung der Werke von Gustav Mahler, der von 1898 bis 1901 selbst drei Jahre lang als Abonnementdirigent der Wiener Philharmoniker das Orchester geleitet hatte.


Passend zu den Wiener Philharmonikern gibt die Münze Österreich, die alle Münzen in Österreich prägt, seit dem Jahr 1989 jedes Jahr eine Anlagemünze heraus, die nach dem Orchester eben der Wiener Philharmoniker genannt wird. Zunächst waren die Münzen aus reinem Gold. Seit 2008 gibt es auch eine jährliche Silberversion. Ihr Wert entspricht nicht dem reinen Nennwert, sondern der Wiener Philharmoniker ist eine Bullionmünze, deren Wert sich nach dem aktuellen Edelmetallwert richtet. Das Motiv des Wiener Philharmoniker ist immer gleich. Die Vorderseite der von Thomas Pesendorfer gestalteten zeigt einige der klassischen Orchesterinstrumente wie Fagott, Horn, Harfe und dazu vier Geigen sowie in der Mitte ein Cello. Die Rückseite zeigt die Orgel, die sich im Goldenen Saal vom Wiener Musikverein befindet. Geändert wird nur das jeweilige Prägejahr. Die Münze gibt es inzwischen in vier Größen zu kaufen. Als Sonderprägungen erschien 2004 zum 15-jährigen Jubiläum eine 1000-Unzen-Münze, der sogenannte "Big Phil", und 2009 zum 20-jährigen Jubiläum eine weitere Münze. Beide werden wegen der limitierten Auflage als Sammlerobjekte gehandelt und sind daher teurer als der eigentliche Edelmetallwert.